Allein das mächtige "Drifting Sun", das meiner Meinung nach der beste Scorpions-Titel aller Zeiten ist, ist es wert, dieses Album zu besitzen! Darüber hinaus kann man die anderen Lieder schon fast als Lückenfüller bezeichnen, was allerdings auch eine falsche Titulierung ist, da auch diese Lieder sehr gut rüberkommen.
Welch eine Steigerung zum Erstlingswerk mit z.B. dem kraftvollen Opener Speedy's Coming oder der Titelhymne. Was „Fly to the Rainbow“ jedoch am stärksten von neueren Platten der Band unterscheidet, ist das Gitarrenspiel von Roth, dem man sein großes Vorbild Jimi Hendrix fast in jedem Ton anhört. #83 in JPN.
Nach dem Debütalbum „Lonesome Crow“ sollte es über 2 Jahre dauern, bevor die Scorpions ihr zweites Album auf den Markt bringen sollten. Personell hatte sich bei der Band viel getan. Von der Besetzung des Debütalbums waren nur noch Rudolf Schenker und Klaus Meine dabei. Einen herben Verlust hatten sie 1973 verkraften müssen, als Gitarrist Michael Schenker von der britischen Gruppe UFO zuerst für eine Tournee verpflichtet wurde und dann als festes Mitglied aufgenommen wurde. In Ulrich Roth fanden Rudolf Schenker und Klaus Meine allerdings einen vollwertigen Ersatz. In der Besetzung Rudolf Schenker (Gitarre), Klaus Meine (Gesang), Ulrich Roth (Lead-Gitarre/Gesang), Francis Buchholz (Baß) und Jürgen Rosenthal (Schlagzeug) entstand das Anfang 1975 veröffentlichte Album „Fly to the rainbow“. Mit diesem Album machten sie erstmals international auf sich aufmerksam, vor allem in Japan erwies es sich als Bestseller. Das Album beginnt mit den soliden Rockern „Speedy’s Coming“ und „They need a million“. Einen ersten Höhepunkt bildet das von Ulrich Roth geschriebene und gesungene fast siebeneinhalb Minuten lange „Drifting Sun“. „Fly People Fly“ ist eine solide Semi-Ballade ohne Höhen und Tiefen. „This is my song“ ist ein sehr schöner mid-tempo Rocker. „Far away“ ist der erste Versuch einer Ballade, jener Songs, mit denen die Scorpions in den 80er Jahren ihre größten Erfolge feiern konnte. Den Abschluß bildet der Titelsong „Fly to the rainbow“, eine knapp neuneinhalb Minuten lange Rockballade mit tollen Gitarrensolos von Ulrich Roth und zaghaften Synthesizereinlagen von Gastmusiker Achim Kirschning. Alles in allen ist „Fly to the rainbow“ ein sehr gutes Album, das allerdings nur eingefleischten Scorpions Fans gefallen wird. Wer mehr auf die Scorpions Musik der 80er Jahre steht, der wird sich mit diesem Album unter Umständen schwer tun