****** Nach seinem gelungenen und erfolgreichen Einstand mit „Saturate Before Using“ präsentierte Jackson Browne im Sommer 1973 sein zweites Werk „For Everyman“. Musikalisch als von der Klasse weicht dieses Album nicht von seinem phänomenalen Debüt ab. „For Everyman“ beginnt mit „Take It Easy“, jenes Stück das Jackson zusammen mit Glenn Frey für die Eagles geschrieben hatten, die ihrerseits damit im Jahre 1972 ein erfolgreiches Debüt starten konnten und hiermit den Grundstein für ihre erfolgreiche Karriere starteten. Jackson Brownes Version von „Take It Easy“ verfügt über einen ordentlichen Schuß C&W und steht der erfolgreichen Version der Eagles in Nichts nach. Nahtlos geht „Take It Easy“ in „Our Lady Of The Well“ über, ein wunderschönes Stück mit tollem Folk-Feeling. „Colors Of The Sky“ ist ein ruhiges Lied, das förmlich zum Zuhören zwingt. Das gleiche gilt auch für das leicht melancholische, streckenweise sparsam instrumentierte „I Thought I Was A Child“. Noch eine Spur sanfter ist das mit einem Schuß C&W gewürzte „These Days“. Richtig temperamentvoll, rockig kommt Jackson Browne mit „Red Neck Friend“ daher. Als Pianist wird in der Besetzungsliste ein gewisser Rockaday Johnny angegeben. Einer der sachkundigsten und von mir am meist geschätzten Members dieses Forums klärte mich darüber auf, daß in der Besetzungsliste für „Red Neck Friend“ auf der Jackson Browne „Greatest Hits“-CD Elton John als Pianist angegeben ist. Da dieser Member sehr sachkundig ist, glaube ich gerne, daß sich hinter dem Pseudonym Rockaday Johnny Elton John verbirgt. Wie dem auch sei, als Singleauskopplung war „Red Neck Friend“ im Oktober 1973 ein kleiner Hit in den US-Charts und gehört mit Sicherheit nicht unbedingt zu den an Highlights reichen Gesamtwerk Jackson Brownes. Richtig klasse ist das sanfte „The Times You’ve Come“. Für die tollen Vocalharmonien im Hintergrund ist die phantastische, aber leider immer unterbewertete Bonnie Raitt zuständig. Ein echtes Highlight des Albums ist „Ready Or Not“ mit einer herrlich kratzenden Fidel gespielt von David Lindley. Irgendwie riecht dieses Lied nach Lagerfeuerromantik. „Sing My Songs To Me“ fließt friedlich und harmonisch vor sich hin. Interessant an diesem sehr schönen Stück ist, daß Joni Mitchell hier am elektrischen Piano sitzt. Nahtlos geht das Stück in das über 6 Minuten lange „For Everyman“ über. Beide Stücke sind toll arrangiert und zwingen einmal mehr zum Zuhören. Überhaupt zwingt das ganze Album zum Zuhören, denn alle Stücke sind wirklich toll gespielt und ebenso arrangiert und sehr sauber produziert. „For Everyman“ ist eine sehr seltene Perle des sanften amerikanischen Rocks der frühen 70er Jahre. |